Musikpreis 2011 für Jonathan Darlington

 

Förderpreis 2011
Der Preisträger in illustrer Runde: von links nach rechts: Benno Lensdorf (Bürgermeister der Stadt Duisburg) - Brigitte Findeisen (persönliche Nachfolgerin des Stifters Dr. Herbert Köhler) - Preisträger Jonathan Darlington - Tobias Richter (Laudator) - Hans Jürgen Kerkhoff (Vositzender der Köhler-Osbahr-Stiftung) - Karl Janssen (Kulturdezernent der Stadt Duisburg)

Sichtlich bewegt nahm Jonathan Darlington am 30. Oktober in Anwesenheit vieler Fans im gut besuchten Stadttheater den 22. „Musikpreis der Stadt Duisburg in Verbindung mit der Köhler-Osbahr-Stiftung“ entgegen. Nach dem Empfang des mit 10.000 Euro dotierten Preises bekannte der englische Dirigent, der bis zum Mai dieses Jahres fast zehn Jahre lang erfolgreich die Geschicke der Duisburger Philharmoniker als Generalmusikdirektor geleitet hat, ebenso bescheiden wie gerührt: „Ich bin stolz und froh über diese Auszeichnung, die ich niemals erwartet habe. Zugleich fühle ich mich sehr klein, wenn ich an die anderen Preisträger, etwa an Yehudi Menuhin, Alfred Brendel oder Dietrich Fischer-Dieskau, denke“.

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Jonathan Darlington nebst Gattin und Filius

So sehr er sich freue, so falle es ihm doch ein wenig schwer, in die Stadt seines langjährigen Wirkens „nur als Tourist“ zurückkehren zu können. Musik begeisterte ihn von klein auf, wofür er sich auch noch einmal für die vorbildliche Förderung bei seinen mittlerweile verstorbenen Eltern bedankte. Darlington: „Aber es dauerte seine Zeit, bis ich die Musik als ernsthaften Berufswunsch in Betracht gezogen habe. Noch lieber habe ich, ehrlich gesagt, Bälle getreten und durch die Gegend geschlagen, ob Cricket, Rugby, Fußball oder Tennis.“


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Der Preisträger, geehrt von Bürgermeister Benno Lensdorf

Damit griff Darlington einen Ball auf, den Laudator Tobias Richter zuvor in seiner Festrede in die Runde geworfen hat. Richter, von 1996 bis 2009 Generalintendant der Deutschen Oper am Rhein, holte Darlington als Kapellmeister an die Rheinoper, wo sich eine enge Freundschaft des Dirigenten mit den Duisburger Philharmonikern, aber auch mit Richter entspann. In den letzten Wochen vor der Preisverleihung arbeiteten beide an einem gemeinsamen Projekt am Grand Théâtre de Genève in der Schweiz.

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Der Laudator: Prof. Tobias Richter

Richter stellte Parallelen zwischen dem Musikertum und dem in England hoch geliebten Cricket-Spiel her und kam zu dem klaren Bekenntnis: „Jonathan Darlington besticht durch Intelligenz, Geschick, strategisches Denken, Ausdauer, Team-Geist und Begeisterung. Qualitäten, die wir in der Musik ebenso wie im Cricket-Spiel brauchen.“ Den Lebensweg des in der Nähe von Birmingham und Coventry geborenen Preisträgers zeichnete Richter kenntnisreich, detailliert und freundschaftlich nach.

 

Bürgermeister Benno Lensdorf begrüßte den Geehrten, der in Begleitung seiner Familie nach Duisburg gekommen ist, und die vielen Gäste mit besonderer Freude, habe Darlington doch wesentlich dazu beigetragen, die Funktion der Duisburger Philharmoniker als „kulturelles Aushängeschild“ zu verstärken und im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. Lensdorf: „Ihnen ist zu verdanken, dass jedem klar geworden sein dürfte, dass das Orchester zur Stadt gehört“.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von einem Klarinettenensemble und zwei Streichern der Duisburger Philharmoniker sowie dem Pianisten Ville Enckelmann. Die vier Klarinettisten trugen geschickte Arrangements aus barocken und französischen Opern sowie eines Tangos von Piazzolla und eines Songs von Gershwin vor. Gefilde, die Darlington besonders schätzt. Und der Kammermusikfan Darlington wurde mit zwei Sätzen aus einem Klaviertrio von Felix Mendelssohn Bartholdy beschenkt.

 

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