Leben und Tod im Alten Peru

Das Andengebiet an der Westküste des südamerikanischen Kontinents ist

Peru landschaftlich wie kulturell ein sehr vielfältiges Land. Küste, Hochland und Amazonas prägen das vorspanische Peru. In kaum einem anderen Land finden sich Wüste, Bergwelt und Urwald so nahe beieinander.
Im 6. Jahrhundert v. Chr. hatten sich komplexe Gesellschaften vorwiegend im zentralen Andenraum entwickelt. Die alten Hochkulturen werden über ihre Hinterlassenschaften wie Architektur, Keramik oder Textilien, die sich über Jahrtausende erhalten haben, präsentiert. Besonders die Nasca- und Moche-Kulturen sind mit einer Fülle von Darstellungen aus allen Lebens- und Sterbensbereichen vertreten.

Lebensraum Peru - Flora & Fauna

Peru

Die Anden waren schon früh ein bevorzugter Lebensraum. Die Menschen sammelten Pflanzen und lebten in einfachen Behausungen. Wegen des trockenen Klimas wurden die ersten Siedlungen verstärkt in den Flusstälern angelegt. Grundlage für eine sesshafte Lebensweise waren die zunehmende Nutzung und Domestikation von Pflanzen und Tieren. In den Bergen spielen der Feldbau von Kartoffeln, Bohnen und Mais sowie die Aufzucht von Lama und Alpaka eine bedeutende Rolle, schon früh wurde parallel zu den Andenketten der Teerassenfeldbau betrieben. In der tropischen Urwaldzone hingegen kultivierten die Bewohner Tee und Koka sowie Obstsorten. Im tropischen Regenwald bot die große Vielfalt an Pflanzen und Tieren den Menschen eine Lebensgrundlage.

 

Lebenskult – Der Alltag

Peru

In einer primär auf Feldbau spezialisierten Gesellschaft zeigen die altperuanischen Kulturen sehr ähnliche Stilmerkmale auf. Vogel, Schlange und Raubtier als Attribute menschlicher Figuren ziehen sich durch die altperuanischen Bilderwelten
aller Epochen. Gefäße und Schalen sind mit Symbolen und Bildern einer mythisch-magischen Vorstellungswelt verziert. Kultobjekte, Schmuck, Alltagsgegenstände und Textilien bieten Einblicke in die jeweils herrschenden Lebensbedingungen. Musikinstrumente aus Keramik, häufig mit mythologischen Motiven verziert, weisen auf ihre bedeutende zeremonielle Funktion hin.

 

 

Transition
Der Übergang vom Leben zum Tod

Krieg, Gefangennahme und Opferkult bilden die andere Seite des Lebens im Alten Peru. Besonders in der Moche-Kultur zeigen zahlreiche Keramiken Menschenopfer und Kriegskunst. Beeindruckend erscheinen Waffen wie Kriegskeulen aus Stein und Metall. Opfermesser, sogenannte „tumis“, fanden bei Tier- und Menschenopfern Anwendung, verzierte Applikationen weisen auf den Kult hin. In vielen Symbolen spiegeln sich Wünsche, Hoffnungen und Glaube wider. Es sind kollektive Motive jener Gesellschaften, die ihre Glaubensinhalte veranschaulichen.

 

 

Totenkult – Bewahren für das Jenseits

Peru

Der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod prägte das Leben der Menschen im vorspanischen Peru. Archäologische Befunde geben Hinweise auf die Bestattungssitten. In der küstennahen Wüstenregion wurden die Toten häufig mit Tüchern zu einem Bündel umwickelt und im trockenen Boden beerdigt. Nach sozialem Rang wurden die Verstorbenen mit unterschiedlichen Grabbeigaben ausgestattet. Keramikgefäße enthielten Speisen und Trank für das Leben im Jenseits. Kunstvolle Textilien sollten Macht und Reichtum des Toten darstellen. Daneben erhielt der Bestattete auch Gegenstände seines täglichen Lebens mit ins Grab, wie Webmaterial oder Kokataschen. Feinste Textilien haben Jahrtausende im Boden der regenlosen peruanischen Küstenwüste beeindruckend gut überdauert. Auch die Bestatteten wurden hier auf natürliche Weise mumifiziert.

 

 

Kurt Sandweg 1927 – 2008

Peru

In seinem Geburtsort Düsseldorf machte Kurt Sandweg eine Lehre zum Holzbildhauer, bevor er zum Militärdienst einberufen wurde. Nach dem Krieg studierte er an der Kunstakademie und war seit 1950 als freier Künstler tätig. Schwerpunkte seiner Arbeit wurden Bildhauerei, Plastik, Zeichnung und Druckgraphik.
Nach Studienreisen durch Griechenland, Frankreich, Mittel und Südamerika wurde er 1972 Hochschullehrer an der heutigen Universität Duisburg-Essen. Zu seinen kulturpolitischen Aktivitäten zählte unter anderem die Leitung des Vereins Düsseldorfer Künstler und die Förderung des internationalen künstlerischen Austauschs von Studenten und Hochschullehrern.
Im Niederrheinischen Museum Duisburg stellte er 1972 und 1978 Präkolumbianische Kunst aus seiner Sammlung vor. Bis zu seinem Tode 2008 war er künstlerisch unermüdlich aktiv und zugleich ein begeisterter neugieriger Reisender - seine Sammlungen sind Zeugnisse dieser Leidenschaft.

 

 

Partner

In Kooperation mit der Altamerika-Sammlung der Universität Bonn präsentieren die Stiftung Köhler-Osbahr und das Kultur- und Stadthistorische Museum Duisburg die zweite Ausstellung zur Sammlung Kurt Sandweg, sowie von Zustifter Horst Schuwerack. Angereichert wird die Präsentation durch Leihgaben vom Ethnologischen Museum Berlin, der Kurt-Sandweg Stiftung bei immeo=wohnen Oberhausen und dem LWL–Museum für Naturkunde Münster.

Katalog zur Ausstellung Leben und Tod im Alten Peru
mit Beiträgen zur präkolumbianischen Geschichte, Kultur und Archäologie in Mittel-und Südamerika. Ca. 250 Seiten, reich bebildert, Preis 34,90 €.
ISSN: 0939 1525

Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg
Johannes-Corputius-Platz 1, 47051 Duisburg
Telefon 0203 283 2640, Telefax 0203 283 4352
ksm@stadt-duisburg.de
www.stadtmuseum-duisburg.de
Öffnungszeiten
Di, Mi, Do, Sa 10-17 Uhr, Fr 10-14 Uhr, So 10-18 Uhr
Mo geschlossen, Sonderregelungen an Feiertagen
Eintrittspreise
Erwachsene 4 €, ermäßigt 2 €, Gruppen p.P. 3 €
Führungen Di bis Fr 35 €, Sa und So 45 €
Anmeldung zu Führungen
Telefon 0203 283 2656 oder, ksm@stadt-duisburg.de