Der Musikpreis der Stadt Duisburg
 

Kurt Horres

1932 in Düsseldorf geboren, studierte Germanistik, Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte in Köln und besuchte in seiner Heimatstadt das Schumann-Konservatorium. Als Regieassistent Walter Felsensteins begann er an der Komischen Oper in Ostberlin. Bis 1964 war er Oberspielleiter in Lübeck, dann elf Jahre Operndirektor in Wuppertal. 1976 wurde er Intendant in Darmstadt. Die Hamburger Staatsoper leitete er 1984 nur kurz und wechselte 1986 als Nachfolger von Grischa Barfuss an die Deutsche Oper am Rhein. Das Zwei-Städte-Institut Düsseldorf/Duisburg führte er zehn Jahre lang.

In seiner Würdigung zum 60. Geburtstag nannte Gerhard R. Koch ihn in der FAZ einen xModernen guten alten Stilsx. Das Rheinland und der Katholizismus haben den Theatermann Horres zweifellos geprägt. Weltoffenheit trifft auf einen tief moralischen Anspruch. Horres verschließt sich gegenüber eitlen Tand des bloßen Effekts und bringt Menschenbilder auf die Bühne, die er als Kunst-Raum begreift. Die Nähe zur Literaturoper, die gerade in ihrer zeitgenössischen Prägung (Musterfall xWozzeckx) den Menschen in seiner Zerrissenheit zeigt, liegt nahe.

Kurt Horres, der im Ausland und an großen deutschen Bühnen gefragt war und ist, hat sich Wolfgang Fortner und Giselher Klebe in ihrem Schaffen für das Musiktheater verbunden gefühlt. Er hat, als gemeinsame Produktion mit Köln, an der Deutschen Oper am Rhein Richard Wagners xRing des Nibelungenx herausgebracht. Ur- und deutschsprachige Erstaufführungen betreute er im Laufe seines Weges. Den Bühnenbildner Johannes Schütz und den Filmer Bernhard Sinkel gewann er am Rhein als Regisseure für die Oper. Noch in Darmstadt ebnete er Herbert Wernicke den Weg von der Ausstattung zur Inszenierung. An der Folkwang-Hochschule in Essen kümmert sich Professor Kurt Horres nun um den Regie-Nachwuchs.