Der Musikpreis der Stadt Duisburg
 

Gerhard Stäbler

Gerhard Stäbler zählt zu den profiliertesten Komponisten Deutschlands. Er wurde 1949 in Süddeutschland geboren, studierte Komposition (bei Nicolaus A. Huber) und Orgel (bei Gerhard Zacher) in Detmold und Essen. Dem „Cornelius Cardew Memorial Prize“ (1982) folgte eine lange Reihe von Auszeichnungen, Preisen, Kompositionsaufträgen und Stipendien in Amerika, Asien und Europa. Von Anfang an war Stäbler nicht nur als Komponist aktiv, sondern engagierte sich auch politisch und auf organisatorischem Gebiet. So konzipierte er die „Aktive Musik“-Festivals mit Neuer Musik nicht nur im Ruhrgebiet, sondern auch in New York und in Portugal. Er war künstlerischer Leiter der Weltmusiktage ‚95 der „Internationalen Gesellschaft für neue Musik“, des Multimedia-Projekts „Poetic Arcs“ in Duisburg (1997) sowie der Projekte „EarMarks“ und „LandMarks“ 1999 im Ruhrgebiet. Eine dritte wichtige Tätigkeit liegt im pädagogischen Bereich: In Workshops und Seminaren für Komposition und Improvisation arbeitete Gerhard Stäbler bereits mit jungen Musikern aus vielen Ländern. Als „Composer in residence“ und Gastprofessor wirkte er zeitweise u.a. in Nord- und Südamerika sowie im Nahen und im Fernen Osten.

Stäbler durchbricht mit seiner Musik oft den Rahmen des Konventionellen, indem er Elemente in seine Kompositionen mit einbezieht, die von der herkömmlichen Aufführungssituation (und damit von der üblichen Publikumserwartung) abweichen, sei es durch Gesten oder Bewegungen im Raum, sei es durch Licht- und Duftgestaltung oder aktives Einbeziehen des Publikums. Immer kommt es ihm darauf an, die Fantasie anzuregen, Ohren und andere Sinne für neue, unerwartete Wahrnehmungs- und Denkmuster zu sensibilisieren. Daher stammt auch Stäblers Vorliebe für das Ineinandergreifen von Komposition und Improvisation. Gleichwohl ist seine Musik in Ihren Abläufen stets äußerst durchdacht und von ausgefeilten Konstruktionen gekennzeichnet.

Trotz des weltweiten Interessen an seinem Schaffen und der Anregungen, die er häufig aus fremden Kulturen bezieht, ist Stäbler immer wieder ins Ruhrgebiet zurückgekehrt, das ihn zu wichtigen Werken in seinem Oeuvre inspirierte. Inzwischen in Duisburg ansässig, hat Gerhard Stäbler dafür gesorgt, dass die musikalische Avantgarde hier eine eigene Adresse hat: Seit März 2000 bietet die auf seine Initiative hin im Duisburger Innenhagen geschaffene Einrichtung „EarPort“ der zeitgenössischen Musik ein Forum und dient darüber hinaus als Stätte der Begegnung mit anderen Künsten. In der Spielzeit 2001/02 war Stäbler Composer in residence der Deutschen Oper am Rhein. Seine Oper „Madame la Peste“ erlebte am 26. April 2002 in Duisburg ihre Uraufführung. Im Zusammenhang mit der Verleihung des Duisburger Musikpreises findet vom 3. bis zum 9. November ein Workshop an der Duisburger Abteilung der Folkwang-Hochschule statt. In der Saison 2005/2006 ist die Uraufführung eines neuen Werkes mit den Duisburger Philharmonikern vorgesehen.


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