Der Musikpreis der Stadt Duisburg

 

Hans van Manen

Mit Hans van Manen ehrt der Musikpreis der Stadt Duisburg 2004 einen Künstler, der die Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt hat. Als künstlerischer Leiter des Nederlands Dans Theater und des Holländischen Nationalballetts, aber auch als international gefeierter Gast-Choreograf wirkte van Manen durch seine klassiistische, ganz aus der Musik entwickelte Tanzsprache weithin stilbildend. Besonders mit deutschen Ballett-Compagnien, am häufigsten in Stuttgart, hat van Manen vielbeachtete Projekte realisiert. Sein langjähriger Einsatz für die deutsche Tanzszene wurde 1993 mit dem Deutschen Tanzpreis honoriert.

Auch in Duisburg hat die hohe Kunst Hans van Manen ihre Spuren hinterlassen. 1971 war es Erich Walter, der damalige Direktor des Balletts der Deutschen Oper am Rhein, der Hans van Manen erstmals nach Deutschland holte. Mit seiner Choreografie "Große Fuge" (Musik: Ludwig van Beethoven) stellte er sich im März 1973 erstmals dem Duisburger Publikum vor. Seitdem kehrt Hans van Manen regelmäßig als Gastchoreograf an den Rhein zurück. Erst im März 2004 waren Choreografien van Manens auch in der Reihe der Duisburger "Konzerte für Junge Leute" zu erleben: Das Ensemble Introdans aus Arnheim zeigte mit Mix4Kids, wie herrlich locker, humorvoll und zeitgemäß der Altmeister das nachwachsende Ballettpublikum an die Hand zu nehmen versteht. Im Mai 2005 werden seine Ballettschöpfungen "Kammerballett" und "Sarkasmen" mit dem Ballett der Deutschen Oper am Rhein in Duisburg zur Premiere kommen.

1957 entstand, ausgestattet mit einem Stipendium der Stadt Amsterdam, van Manens erste Choreografie "Feestgericht" beim Opera Ballett. Der große Wendepunkt in seiner Karriere folgte zwei Jahre später, 1959, als die holländischen "Ballett-Rebellen" um Carel Birnie, Rudi van Dantzig und Aart Verstegen in Den Haag das Nederlands Dans Theater (NDT) gründeten. Unter ihnen entwickelte sich das NDT rasch zu einer der führenden modernen Compagnien Europas.

1971 verließ van Manen das NDT, begann als freier Choreograf zu arbeiten und studierte weltweit seine Stücke ein. Auch zum Stuttgarter Ballett entwickelte sich ein enges Verhältnis. 1973 holte Rudi van Dantzig van Manen ans Niederländische Nationalballett. Er fand dort eine neue Heimat und verließ diese 1986 wieder, als Jirí Kylián ihm angeboten hatte, als Hauschoreograf und Regisseur an NDT zurückzukehren.

Neben dem Ballett hat Hans van Manen in der Fotografie ein zweites künstlerisches Standbein gefunden. Seine Proträtaufnahmen hängen mittlerweile in so bedeutenden Museen wie dem Amsterdamer Stedelijk oder dem Pariser Centre Pompidou.