Jonathan Darlington

 

Fast zehn Jahre lang leitete er als Generalmusikdirektor der Duisburger Philharmoniker das „klingende Aushängeschild“ der Stadt. Im Mai verabschiedete sich Jonathan Darlington in der Mercatorhalle mit Gustav Mahlers monumentaler „Auferstehungs-Symphonie“ offiziell von seinem Publikum. Unter seiner Führung können die Duisburger Philharmoniker auf eine ungewöhnlich erfolgreiche Dekade zurückblicken. Die Konzerte waren nahezu restlos ausverkauft, die Kritiken der Live-Aufführungen und zahlreichen CDs fielen durchweg überschwänglich aus und auf zahlreichen Auslandsreisen hat sich das Orchester als erstklassiges Markenzeichen der Stadt bewährt. Und mit der vor vier Jahren eingeweihten Mercatorhalle verfügt das Orchester mittlerweile über ein prächtiges Domizil. Bereits bei ihrer ersten Begegnung schien die Chemie zwischen dem damaligen Kapellmeister der Deutschen Oper am Rhein und dem Orchester zu stimmen. Darlington ist es gelungen, die Klangkultur des Orchesters zu verfeinern und der Programmgestaltung durch britische und französische Schwerpunkte ein persönliches Profil zu verleihen.

Geboren ist Jonathan Darlington vor 55 Jahren in Lapworth, einer Stadt im Süden des Distrikts Warwickshire zwischen Birmingham und Coventry, einer kleinen Gemeinde mit einer großen Kathedrale und einer ebensolchen Chortradition. In einem musikalischen Elternhaus aufgewachsen, interessierte sich Jonathan Darlington ursprünglich vor allem für Rugby und das Klavierspiel und überhaupt nicht für das Dirigieren. Im Grunde seines Herzens fühlt er sich noch immer als Pianist und Kammermusiker.
Nach seinem Studium an der Universität Durham und der Royal Academy of Music in London arbeitete Jonathan Darlington für das Radio France, wo er bereits früh Gelegenheit hatte, mit so herausragenden Musikerpersönlichkeiten wie Pierre Boulez, Riccardo Muti und Olivier Messiaen zusammenzuarbeiten. Als freier Pianist und Liedbegleiter arbeitete er in Frankreich und England, u.a. für die Opéra Nancy und das Ensemble l‘ARCAL, welches er nach kurzer Zeit als Musikdirektor leitete. Als Mitglied des Kollegiums der Aldeburgh School for Advanced Studies arbeitete er mit bedeutenden Sängern wie Elisabeth Schwarzkopf, Ileana Cotrubas, Hans Hotter, Janet Baker und Peter Pears zusammen.

Er war schon 34 Jahre alt, als er zum ersten Mal ans Dirigentenpult trat. Und zwar gleich zur Eröffnung der Pariser Bastille Oper mit Mozarts „Figaro“ als kurzfristiger Ersatz für den erkrankten Kollegen Gabriele Ferro. Ohne jede Erfahrung musste er sich seinen Weg zum anerkannten Dirigenten hart und nicht ohne Widerstände erarbeiten. Sein offizielles Debüt als Dirigent feierte er 1984 am Pariser Théâtre des Champs Elysées mit Francesco Cavallis Barockoper „L’Ormindo“. Als international gefragter Dirigent gastiert Jonathan Darlington bei namhaften Orchestern und großen Opernhäusern in der ganzen Welt, darunter der Oper von Sydney und der Dresdner Semperoper.
Pedro Obiera




Stadt Duisburg



Kamera, Redaktion und Gespräch: Frank-M. Fischer, http://www.duisburgfans.de

Fotostrecke


zurück